Geheimgesellschaften – ihre Rolle in Politik und Historie, Legenden, Informationen und Kommentare …

 

Foto folgtFreimaurer-Symbolik – sie kommt nicht nur auf der Dienstkleidung,
sondern auch in der Architektur allenthalben vor

Geheimgesellschaften

Zu Geheimgesellschaften und ihren Einfluss auf die menschliche Geschichte ist sehr viel zu sagen – das Spektrum reicht von alternden Hochstaplern, die sich freitags im Logenhaus gegenseitig beweihräuchern und danach beschwingt, beschurzt und beschwipst nach Hause fahren, bis hin zu elitären wirklich konspirativen Zirkeln, die im Geheimen und an allen Gesetzen vorbei die Schaltstellen von Politik und Wirtschaft mit Günstlingen aus ihren eigenen Reihen bestücken. Damit fangen die Vorwürfe jedoch erst an; es ist alles dabei: Drogenhandel, Menschenhandel, Mind-Control, Satanismus, kriminelle Verschwörungen aller Art, etc. p. p.

Vgl. auch unsere Liste »Geheimgesellschaften A..Z« (s. Inhaltsverzeichnis, alphabetisch …)

Logen und Geheimbünde, eine Auswahl

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Freimaurer, Free Masons

Die Freimaurer waren ursprünglich eine Art Zunft. Den (Dom-) Bauhütten war erlaubt, Geheimwissen, also von der Inquisition verbotene Lehren, zu pflegen und zum Nutzen der ehrgeizigen Projekte anzuwenden. Teil dieses verbotenen Wissens war das Gebiet der Statik; nach offizieller Lesung hatte ein Bauwerk dann einzustürzen, wenn Gott das so gefiel, und nicht dann, wenn Pfeiler zu dünn oder falsch platziert waren. Gottes Wille hatte nicht berechenbar zu sein! Auf diese Bauhütten geht die Symbolik praktisch aller Logen zurück (z.B. Lot und Winkelmaß); man findet die Symbole auch allenthalben in der Baukunst. Und nicht nur dort.

An den Symbolen erkennt man nicht, ob es sich bei der fraglichen Organisation um ene solche handelt, die sich real für Wissen, Freiheit und Humanismus einsetzt, oder nur für lokalsynergetische Gewinnung von Vorteilen für die eigenen Mitglieder und Günstlinge – oder ob sie kriminellen Inhalten und perversen Ritualen folgt. Im Umkehrschluss wird auch allen Logen vorgeworfen, kriminell und/oder pervers zu sein. Dem ist ganz sicher nicht so – die meisten Logen dürften heute hauptsächlich relativ sinnentleert alte Formalismen pflegen und dabei viel Bier trinken.

In der Weimarer Republik gab es wohl erzreaktionäre und fortschrittliche Freimaurer gleichermaßen. Im III. Reich wurden alle Logen verboten – alleine die »Partei« sollte das Sagen haben – und ihr gesamter Besitz vom Staat gestohlen. Einige Logen existierten im Geheimen weiter und waren Teil des Widerstandes. Viele Logenbrüder wurden in den Konzentrationslager ermordet. Ehemalige Freimaurer gaben sich einander mit einem an die Freimaurer-Lilie erinnernden Anstecker des Winter-Hilfswerkes zu erkennen.

Die Bundesrepublik Deutschlang gab Logenhäuser und anderen verbliebenen Besitz so gut es ging zurück. Die DDR tat das nicht, wenngleich sich in ihrer Symbolik vieles aus der Freimaurerei ableitet – bis hin zum »Hammer-und-Zirkel« im Wappen. Mag sein, dass der Mangel an allem in den Frühzeiten der DDR die Rückgabe verhindert hat. Verboten war die Freimaurerei in der DDR jedenfalls nicht.

Nach der Aufnahme in die Loge durchgeht das Mitglied verschiedene Ebenen, die durch bestimmte Prüfungsrituale iniziiert werden. Diese Ebenen oder »Grade« sind nach den Elementen der griechischen Klassik unterteilt. In Anwesenheit von Nicht-Brüdern werden Grade verklausuliert ausgetauscht, etwa in der Art »drittes Wasser« ausgetauscht. Die Bedeutung ist international nicht ganz einheitlich, aber im großen und ganzen zwischen Mitgliedern verschiedener Logen verständlich. Die Frage etwa, »wie alt bist du?« bezieht sich auf die Mitgliedsdauer.

Historisch waren Freimaurer maßgeblich an der US-Staatsgründung beteiligt, daher die vielen entsprechenden Symbole z.B. auf der Dollarnote und in amtlichen Siegeln.

Wer sich für die Freimaurerei interessiert, sollte wissen, dass der Spaß nicht ganz billig ist. Mitgliedschaften bei Vereinen mit elitärem Anspruch kosten richtig Geld.

 

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Freimaurer-Geheimnisse: Parole und Gruß

Parole – das ›geheime‹ Freimaurer-Wort

R. A. Wilson schreibt: »Der Sohn der Witwe wurde ermordet, weil er sich weigerte, das Freimaurerwort (eine magische Formel) zu verraten. Dieses Wort ist verloren gegangen, Freimaurermeistern wird ein Ersatzwort gegeben, womit sie Personen prüfen können, die vorgeben, Freimaurer zu sein (Winkel oder Lilie als Revers-Anstecker kann man auch so kaufen). Ein streng gehütetes Geheimnis; es kann gut drei Stunden dauern, es in einer Bibliothek herauszubekommen: 'mah-hah-bone'. – Per Internet funktioniert das noch erheblich schneller: – 'adonai', 'ahura-mazda', 'akar-jai-jah', 'aum', 'bealim', 'boaz', 'demolay-hiram abiff', 'emmanuel', 'frederick of prussia', 'gomel', 'igne natura renovatur integra', 'jachin', 'jah-bu-lon', 'jehovah', 'jehovah-jachin', 'jekson', 'joppa', 'keb raioth', 'macha', 'machbinna', 'mah-hah-bone', 'mahaben', 'maher-shalal-hash-baz', 'micha', 'moses-johannes', 'nekah', 'nekam', 'nekamah-furlac', 'noah-bezaleei-sodonias', 'peleg', 'phaal', 'pharash-koh', 'pharash-kol', 'rab-banaim', 'raph-o-dom', 'shibboleth', 'solomon', 'stibium', 'stibium alkabar', 'stolkin', 'stolkin-adonai', 'tebet-adar', 'tubal cain', 'uriel-jehova'.

Wir empfehlen:

»MAHA'BONE«

 

Der ›geheime‹ Freimaurer-Gruß

Man gibt sich ganz normal die Hand. Der, der den anderen nach seiner Zugehörigkeit fragen will, streicht (mit seinem Daumen) mehr oder weniger dezent über die Handknöchel (also die Erhöhungen und Vertiefungen bei den Gelenken zwischen Mittelhand und Finger der äußeren Seite der Hand) des anderen; mit der Art und Anzahl der Berührungen kann man etwas über den eigenen Grad aussagen.

Will man mehr über sich verraten, sagt man Dinge wie »zweites Wasser«, was so viel bedeutet wie zweiter der drei »blauen« Grade – »Lehrling«, »Geselle« und »Meister«. Die (roten) »Hochgrade« heißen dann, je nach Loge, z.B. soundsovieltes Feuer.

Will man mehr über den anderen wissen, fragt man nach dem Alter und meint damit die Dauer der Zugehörigkeit zur Loge.

Natürlich gibt es auch noch 150000 andere Gesten, mit denen man sich als Freimaurer zu erkennen geben kann – mit der Gefahr, dass der Oberinquisitor sie ebenfalls kennt oder gar unwillkürlich verwendet.

 

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Rosenkreuzer

Um kaum einen Orden ranken so viele Gerüchte. Ob er nun im alten Ägypten entstanden ist, oder erst um ca. 1600, als er erstmals in der Literatur auftaucht, oder ob er nicht gar eine literarische Schöpfung besagter Quellen ist, lässt sich nicht nachvollziehen. Sicher ist, dass sich daraufhin Rosenkreuzer-Logen bildeten, mit einem gleichschenkligen Kreuz und der Rosenblüte in der Mitte als Symbol (Die Bedeutung der Rose in der Symbolik ist vielfältig, sie ist seit ewigen Zeiten Kulturpflanze, liefert edle Aroma- und Duftstoffe, ziert Wappen, Kirchen, auch tiroler Bauernmöbel). Sie beschäftigten sich mit den (nicht nur medizinischen) Lehren des Paracelsus, auch mit altägyptischen Mythen (das Horus-Auge in der Pyramide gilt als weiteres typisches Rosenkreuzer-Symbol). Sicher ist auch ihr Einfluss auf spätere Logen; die Symbol und Namen (zumindest als Grad) übernahmen.

Die (realen oder fiktiven) Ur-Rosenkreuzer aus der Literatur seien in Besitz allen akademischen und mystischen Wissens gewesen – wohl Legende – wie üblich mit einem Fünkchen Wahrheit: 47 v.u.Z. fiel die damals bedeutendste Bibliothek (in Alexandia, Ägypten) Caesars Großmachtstreben zum Opfer, sie brannte ab. Der Verlust war unersetzlich. Mag sein, dass die eine oder andere Papyrusrolle gerettet wurde, und sich so die Sage spann, ein Geheimorden habe große Teile in Sicherheit gebracht und damit den Fortbestand des Weltwissens gesichert.

In Wirklichkeit war dieser Bibliotheksbrand so verheerend, dass kaum etwas übrig ist. Vergleichbar damit, als schaltete man heute das Internet ab und machte gleichzeitig alle elektronischen Datenträger unbrauchbar.

Jedenfalls gab und gibt es seit knapp 400 Jahren eine erstaunliche Anzahl »echter« und »alleiniger« Rosenkreuzer-Orden, z.B. den »Golden Dawn«. Die Version, der Orden sei 1313 von einem Christian Rosenkreutz gegründet worden, ist für eine so geheime Organisation, über den man sonst nichts weiß, viel zu konkret und schon deshalb in ihrer Richtigkeit ebenso einzustufen wie die Aussage, ein Arthur Jaegermeist hätte an einem Freitag den 13. den Schnaps erfunden. Wollen wir es doch einfach bei der Aussage belassen, dass heutige Rosenkreuzer diesen Namen aus historischen Gründen hochhalten, quasi als Hommage auf das Ideal umfassenden Wissens und umfassender Weisheit.

 

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Templer

I. Ein Kreuzritterorden. II. Oberbegriff für ähnliche Vereine wie Malteser, Johanniter und Deutscher Orden.

Hier muss ich historisch ein wenig ausholen, hilft nichts. Gehen wir 1000 Jahre zurück.

1003: Europa ist hoffnungslos zerstritten, in kleine Fürstentümer aufgesplittert (auch wenn die Karte ein Reichsgebiet von Rom bis Travemünde abbildet: lokale Fürsten und Ritter haben gemacht, was ihnen gerade passte), Fehden und Intrigen beherrschen die Politik. Vom Römischen Reich ist als Machtfaktor die katholische Kirche übrig geblieben – und das byzantinische Reich, das etwa aus dem heutigen Griechenland und der westlichen Hälfte der Türkei bestand. Wallfahrten nach Jerusalem sind für Christen, die es sich leisten können, kein Problem. Doch weiter hinten, da wo ein großer Staatsmann des 3. Jahrtausends heute noch das Böse vermutet, tut sich etwas. Es entsteht ein riesiger Staat unter dem Kalifen von Baghdad als politisches und religiöses Oberhaupt. 1055 wird Bagdhad von (ebenfalls sunnitisch-islamischen) turkmenischen Reitern (den Selçuken) angegriffen. Der Kalif erkennt die militärische Bedeutung dieser Reiter und kann sie dazu bewegen, in seine Dienste zu treten, ihr Fürer wird zum Kalifen ernannt und erhält die militärische Macht des Landes. Es beginnt eine Welle von Eroberungen; Ende des 11. Jahrhunderts umfasst das Kalifat Usbekistan, Turkmenistan, Afghanistan, Iran, Irak, Jordanien, Syrien, die Osttürkei und auch Israel.

1095, vierzig Jahre nach dem Abfall der orthodoxen Kirche von der katholischen, beschließt Papst Urban II, auf einen Hilferuf aus Byzanz hin, das »ungläubige Pack« aus dem Heiligen Land zu hauen und Byzanz gleich mit zu befreien, und schickt die Ritterschaft des Abendlandes auf den ersten Kreuzzug. Die stechen mit »Hurra« in die See, und wer nicht mit kann, verteidigt das Christentum eben zuhause, schlachtet Juden ab (das Feindbild des III. Reiches fiel also auf historisch fruchtbaren Boden). Kurz, Byzanz konnte gehalten werden, wenn auch nur mit einem schmalen Küstenstreifen im asiatischen Teil. 1099 wurde Jerusalem erobert, die Einwohner komplett massakriert, und man gründete christliche Kleinstaaten im Heiligen Land. Und eben diese Ritterorden, als Schutz- und Trutzburgen für Pilger. Ora et pugna.

Euro / MaltaAbb. l.: Das Templer-Kreuz auf Maltas Euro-Münzen

Ein paar Kreuzzüge später wird Byzanz dann »befreit«; die neuen Herren können aber gegen die später Osmanen genannten Nachbarn nicht anstinken. Ost-Rom fällt; die Templerorden ihrerseits fliehen aus dem Heiligen Land, nach Frankreich, Spanien, Deutschland, Rhodos, Malta. In Malta führen sie ein derartiges Schreckensregiment, dass dort Napoleon heute noch als Befreier gefeiert wird.

Diese Kampfmönche erleben zwischen den Kreuzzügen auch Friedenszeiten, in denen sie diesen primitiven Heiden erstaunliches Wissen abschauen (auch im islamischen Raum gab es unzählige Geheimbünde und Sekten), um es zu sammeln und bis heute für die Kirche unter Verschluss zu halten. Nach und nach werden aus den Ritterorden Geheimgesellschaften, die, wenngleich sie im Moment keine Burgen in Israel unterhalten und auch keine Araber killen, ganz nette Privilegien durch den Vatikan genießen – bis auf den Templerorden selbst, der der Inquisition anheim fiel (irgend etwas haben die nicht richtig mitgespielt), am Freitag den 13. Oktober 1307 kamen die Schächer des Vatikan (vgl. »Die Firma: Im Nebel der Geschichte«, s. Freie Musik). Ob es da nicht doch geheimes Wissen gibt, von dem wir nichts ahnen? Vielleicht irgend was mit diesem Jahwe und seinem Landetrupp, und diese Ebenbild-Story mit Adam?

 

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Yankees and Cowboys

(Kommentierte Zusammenfassung aus Robert Anton Wilsons Lexikon, s.u.)

Eines der besten Bücher über verschwörerische Aktivitäten im modernen Amerika ist »The Yankee and Cowboy War: Conspiracies from Dallas to Watergate and Beyond« von Professor Carl Oglesby von der Universität Boston.

Danach spaltet sich die herrschende Elite in zwei Gruppen, Yankees und Cowboys, die nur dann zusammen arbeiten, wenn sie von inneren oder äußeren Feinden bedroht werden, ansonsten aber in erbittertem Wettstreit miteinander liegen, der manchmal auch gewalttätig und mörderisch wird.

Die Yankees in Oglesbys Modell sind eine Brüderschaft reicher Old-England- und New-York- Familien (siehe Liste: John-Birch-Society), die relativ liberal und internationalistisch sind (es sei denn, es bedrohte ihre Profite) und denen – bis vor kurzem – so gut wie alles in den Vereinigten Staaten gehörte.

Die Cowboys stehen für den neuen westlichen Wohlstand, besitzen mehr als den Yankees recht ist, und ihre Ansichten reichen von konservativ über reaktionär bis zum blanken Neofaschismus. Sie verdächtigen die Yankees, sich gegen sie zu verschwören und die freie Marktwirtschaft zu ruinieren, indem sie regierungsgestützte Monopole errichten, und verdächtigen sie außerdem der amoralischen Bereitschaft, mit Kommunisten und anderen fremden Ideologien zusammen zu arbeiten, sofern das ihren Interessen dient.

David Rockefeller (der Begründer des Ölgeschäfts) repräsentiert den archetypischen Yankee und Howard Hughes den urtypischen Cowboy; die juristischen und finanziellen Schlachten zwischen Rockefeller und Hughes um die Kontrolle der Trans World Airways zeigen eine öffentliche, weniger geheimnisvolle Seite des Konfliktes und werden (im Buch) sehr detailliert behandelt. Dieses Epos liest sich, obwohl es gut dokumentiert und belegt ist, fast wie eine Satire von Ben Jonson oder Jonathan Swift, besonders an der Stelle, als Oglesby sich kühl mit Hughes' wachsendem Verdacht beschäftigt, dass die Gerichte allesamt im Besitz der Rockefellers seien. Die kontroverseren Teile des Buches versuchen, die gängigen Verschwörungsansichten zum John-F.-Kennedy-Attentat und zu Watergate zu revidieren, mit dem Argument, dass letztendlich die Cowboys hinter Kennedys Ermordung standen und dass die Yankees Watergate manipuliert haben, um Nixon, den Lieblingspolitiker der Cowboys, aus dem Weg zu schaffen.

Oglesby verneint ausdrücklich, dass das Yankee-Cowboy-Modell alles erklären könne oder dass es nur zwei große Verschwörungen auf der Welt gäbe. »Eine Vielzahl von Verschwörungen«, sagt er, kämpften stets um den territorial-ökonomischen Top-Dog-Status; Yankees und Cowboys sind lediglich die mächtigsten Koalitionen im Amerika unserer Tage.

Eines der Haupt-Nebenthemen des Buches betrifft die Entwicklung der seltsamen Beziehungen zwischen der CIA und drei geheimnisvollen Kräften:

Der Verfasser versteht Oglesbys Daten so, dass die CIA glaubt, sie würde jede dieser Gruppen benutzen, während jede dieser Gruppen glaubt, sie würde die CIA für ihre Zwecke ausnutzen, und jeder Beteiligte wird die meiste Zeit an der Nase herum geführt.

Dies ist zwar eine zugegeben einfache Theorie, aber sie klingt logisch …

 

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Revolutionen und der Einfluss von Geheimgesellschaften

Ein wichtiges Thema, das eigentlich einen größeren Artikel verdient! Sicher waren Logen ganz maßgeblich an der Französischen Revolution beteiligt; die Idee des bürgerlichen Staates (im Gegensatz zur monarchistischen Ständegesellschaft) entstand dort. Bei der Staatsgründung der USA waren Freimaurer tonangebend, die Pyramide mit dem Auge auf dem Dollarschein, diverse andere Symbole und die Inhalte der Verfassung (wenn man sich nur daran halten würde!) zeugen davon. Die ersten großen Parteien der USA waren mitnichten Reps und Demokraten, sondern »Masonists« (Logenpartei) und »Anti-Masonists«, daraus wurden dann die Widersacher des Civil War. Auch bei der Russischen Revolution und vor allem in antikommunistischen Intrigen waren Logen im Spiel. Die Rolle in dem Umbruch, den wir gerade erleben (schon die Bezeichnung »New World Order« ist zynischerweise aus den freiheitlichen Idealen der Masons geklaut), ist sicher auch höchst interesant. Wir wüssten gerne mehr darüber …

 

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Geheimgesellschaften in der Antike

Icke, Marrs und Bramley (s.u.) schreiben über Aktivitäten von Geheimgesellschaften in der Antike. Eine davon, die sie meinen, bis ins alte Babylon zurückverfolgen zu können, ist die »Brotherhood of the Snake«, oder auch »Babylonian Black Brotherhood of the Serpent«. Bezüglich der negativen Absichten und Handlungen dieser Gruppe besteht Eingkeit zwischen den Autoren, ansonsten gehen sie von unterschiedlichen Voraussetzungen aus:

Bramleys »Gods of Eden« sollte ursprünglich ein historisches Werk über menschliche Kriegskunst werden. Nach sieben Jahren Arbeit war Bramley so tief eingetaucht in den Einfluss von Geheimgesellschaften auf die menschliche Geschichte, dass das Buch einen ganz anderen Charakter bekam. Bramley verknüpft die dunkelsten historischen Ereignisse, von den Kriegen der alten Pharaonen bis zur den Kennedy-Morden und präsentiert Indizien für eine ET-Anwesenheit auf der Erde, die, um uns Menschen zu dominieren, über Verschwörungen uns Menschen immer wieder in Kriege, Gewalt und Chaos stürzen. In Bramleys Denke sind die wesentlichen Religionen, bis auf den Buddhismus, Schöpfungen der »custodians«, die Erleuchtung des Johannes, des Konstantin, des Mohammed, sind alles Ergebissse von Custodian-Einsatzgruppen – Religionen als Methode, uns Menschen gegeneinander aufzuhetzen und Material zum Streiten zu geben.

Autoren geht ganz allgemein bisweilen die Phantasie durch. Insbesondere Icke und Risi unterscheiden nicht zwischen Ideen, die sie per Eingebung oder Erleuchtung erhalten haben wollen und belegbaren Tatsachen. Aber interessant sind solche Bücher auf jeden Fall … ganz besonders Wilsons Lexikon.

 

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Literatur zum Thema

William Bramley:

»The Gods of Eden«, New York 1998. Von Sumer bis heute: Die Custodians, die falschen Götter, treiben uns in Kriege, hetzen uns gegeneinander.

David Icke:

»The Biggest Secret«, Scottsdale 1999: Mit 'shape-shifting dracos' als Kopf der Verschwörung.

Jim Marrs:

»Rule by Secrecy«, NY 2000: Die bestgehüteten Geheimnisse in der Geschichte der Menschheit. Die Verbindung zwischen der Trilateral Commission, den Freimaurern und die großen Pyramiden, nebst CIA, Vatikan, Bilderbergern und Tempelrittern.

Armin Risi:

»Machtwechsel auf der Erde«, Neuhausen (CH) 1999: Über einen Machtkampf, an dem einerseits negativ gesinnte 'techno-aliens' in Form von Greys und Dracos sowie andererseits positive 'Lichtwesen' beteiligt sind. Darin verwickelte Menschen (und Geheimgesellschaften) tun ein Übriges.

Robert Anton Wilson:

»Lexikon der Verschwörungstheorien«, Eichborn Frankfurt 2000: DAS Nachschlagewerk für alle Leute, die das Werkstatthandbuch für »Fiat Lux« schon besitzen.

»Die Illuminati-Papiere«, rororo Reinbek 1983: Wilson hat für dieses Buch über alle mögliche Geheimgesellschaften recherchiert, teils Geheimnisse ausgeplaudert, die als unzugänglich galten – und dann einen Roman daraus gemacht, kein Sachbuch mit Wahrheitsanspruch. Wie gemein! Ist halt wie im richtigen Leben, man weiß nie, was Wirklichkeit ist, Gerücht oder gar Lüge. Liest sich top, kann aber bereits bestehende Paranoia fördern, vgl. den Film »23« …