Hatten unsere Vorfahren Besuch aus fremden Welten? Nach der Antwort auf diese Frage sucht »paleo-Seti« (Paleontological search for extra-terrestrical intelligence). In unseren alten Überlieferungen finden wir viele Hinweise dafür, dass die Frage mit »ja« zu beantworten ist – was wir allerdings gerne hätten, sind Beweise. Leider ist dieses Thema ähnlich wie das Thema »UFOs« ein Opfer gezielter Desinformation. Um so interessanter, sich damit zu beschäftigen …

 

VFR e.V. 1927»Die Rakete« war die erste Zeitschrift für Raumschifffahrt und als solche 1927-29 Vereinsorgan der ersten Raketengesellschaft der Welt. Herausgeber: Johannes Winkler, »Verein für Raumschiffahrt e.V.« Breslau. Reproduktion: Deutsches Museum München, Abteilung Raumfahrt

Paleo-Seti

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Rätsel der Vergangenheit

Erich von Däniken hat mit seinem 1968 erschienenen Buch »Erinnerungen an die Zukunft« viel Aufsehen erregt. Klar, ihm ist stellenweise die Phantasie durchgegangen, aber da er weder Historiker noch Chronist ist, sei ihm das gestattet. Jedenfalls hat er die vielen alten Überlieferungen wörtlich genommen, statt sie an den amtlich gesicherten historischen Wissensstand heranzuinterpretieren.

Er war zwar nicht der erste, aber doch einer der Begründer oder Beförderer der Paleo-Seti-Idee. Rätsel gibt es genug: Die Pyramiden, Megalith-Tempel z.B. in Malta, die Moai-Figuren auf der Osterinsel, Stonehenge und so weiter. Wie haben die Menschen das damals gebaut, ohne Maschinen, ohne physikalische Kenntnisse? Oder waren es am Ende gar nicht die Menschen alleine? Hatten sie Hilfe von außen?

Zu »Ägypten und Pyramiden« ist die Webseite von Frank Doernenburg (s.u.) sehr empfehlenswert. Er belegt fundiert, dass die Ägypter genauso wenig wie die Frankfurter auf außerirdische Hilfe angewiesen waren, um ihre monumentalen Steinklötze (klar, jeweils für unterschiedliche Götter) zu bauen. Um so eindrucksvoller die Leistung der antiken Konstrukteure. Sicher ist, dass die ewigen Machtkämpfe der Menschen viel Wissen vernichtet haben – die Bibliothek von Alexandria ist dafür nur ein Beispiel.

Es bleiben dennoch genügend Rätsel in unserer Vorgeschichte übrig, angefangen von diesem misteriösen »Jahve«, der mit einer Truppe von Elohim auf die Erde kommt, um den Menschen beizubiegen, dass sie gefälligst ihn anzubeten haben und eben keinen der vielen anderen Götter, die am Himmel rumschwirren.

Mehr in esoterischen Kreisen bekannt und kaputt-interpretiert sind die Schriften der Veden; sie gelten als die ältesten überlieferten überhaupt. Auch hier ist der Himmel voll mit fliegenden »Gottheiten« – Armin Risi (s. Artikel über seine »Dracos«) hat sie bekannt gemacht – leider geht ihm die Fantasie noch viel ärger durch, als das Herrn von Däniken jemals passiert ist.

 

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Atlantis

Pyramiden-Rest in Libyen?Pyramiden-Rest in Libyen? Ausschnitt aus »Google Maps«, entdeckt von einem Online-Archäologen(!). Das Objekt ist etwas südöstlich in der Nähe von Marsá-ai-Burayquah gelegen. Siehe Karte (öffnet ein neues Fenster)

Andere Dinge bleiben von der Wissenschaft letztlich unkommentiert – konkret Platons Geschichte über Atlantis. Platon berichtet – im dritten vorchristlichen Jahrhundert – von ägyptischen Priestern, die ihn als »geschichtslosen« Hellenen quasi ausgelacht hätten und von Kulturen erzählt, die es 8000 Jahre vorher gegeben hätte – und sehr detailliert von Atlantis; jedenfalls davon, was ihnen selbst darüber noch überliefert war.

Ein Mensch, der sich »A. Petit« nennt, hat Platons Schrift einfach mal wörtlich genommenund die Angaben in heutige Maße umgerechnet. Er wollte damit beweisen, dass die Angaben Unsinn sind … und lokalisiert Atlantis (jedenfalls bisher nicht historisch zugeordnete Ruinen) via Google-Maps auf einem Hochplateau in Lybien, hinter der Küste bei Ajdabiya, etwa 200 km südlich von Bengasi. War das vielleicht einmal eine Insel oder wenigstens eine Halbinsel? Südlich davon gibt es immerhin eine Senke – und dorthin unternimmt ›A.&mbsp;Petit‹ eine private Expedition. Deutlich ist zu sehen, dass diese Senke vor nicht allzu langer Zeit Meeresgrund war (kaum verwitterte Muschelschalen). Ob das Gebiet mit Atlantis identisch ist, ist natürlich erst einmal eine Theorie von vielen, aber immerhin eine vergleichsweise plausible – siehe Link »Atlantis«. Lesenswert!

 

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Seti-Problem I: unsere Funksignale verschwinden

Unsere Funksignale verschwinden aus dem All …

Die Idee »SETI« entstand um 1960. Ausgehend von unseren Gewohnheiten, Funksignale mit möglichst starken Sendern überwiegend in Amplituden-Modulation und auf viele unterschiedliche Frequenzbereiche verteilt in die Luft und auch ins All zu jagen, haben wir genau nach solchen Signalen gesucht – bisher vergeblich.

Knapp fünfzig Jahre später benutzen wir diese Art Sender kaum noch. Langsam aber sicher wird alles umgestellt auf Digitalfunk im Gigahertz-Bereich. Diese Wellen haben eine sehr begrenzte Reichweite, und wir verwenden Richtantennen sowie möglichst sparsame, schwache Sender, schon deshalb, damit sie sich gegenseitig nicht mehr stören.

In der TV-Serie »Alf« erzählt der ›Raumfahrer-Held‹ Gordon Shumway vom Melmac – dem Planeten, auf dem man gerne »Bouillabaisseball« spielte –, er habe alles über die Erde erfahren, indem er beim Anflug und im Orbit alle verfügbaren Fernsehstationen glotzte. Die Serie, und damit der Plot über TV im All, entstand vor etwa 20 Jahren – also wirklich nicht lange her.

Und heute? Heute schon hätte Gordon Shumway kaum noch Informations-Auswahl: DVB-T-Fernsehen kann man im nahen Weltall ganz sicher nicht mehr empfangen, Kabelfernsehen und Internet sowieso nicht. Er hätte allenfalls die Möglichkeit, Satelliten anzuzapfen – aber deren Signale so zu decodieren, dass sie sinnvolle Daten ergeben, wäre ein richtiges Problem.

Von dem, was wir heute senden, wird bei außerirdischen SETI-Forschern kaum noch etwas ankommen. In wenigen Jahren wird der intergalaktische Sender »Erde« ganz verstummt sein …

 

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Seti-Problem II: Paleo-Seti, welche Beweise können überdauern?

Angenommen, die heutige Menschheit landete auf einem fremden Planeten mit vergleichsweise niedriger handwerklich-industrieller Kulturstufe. Was könnten deren Nachkommen davon finden? USB-Sticks und DVDs mit Originaldaten? Papier? Cola-Dosen? Vitell-Flaschen? – Letztere hätten eventuell eine Chance, als Heiligtum zu überdauern. Jedenfalls so lange, bis die Reliquien-Anbeterei auf Kreuzsplitter umgestellt ist (wovon es weltweit übrigens mehrere Kubikmeter gibt …) – ansonsten bleiben nur Legenden. Also genau wie bei uns. Legenden, die mangels mathematischer und historischer Exaktheit der Autoren von der historischen Wissenachaft zu Fabeln reduziert und von der Theologie zu Heiligen Schriften erhoben werden.

Somit ist das Paleo-Seti-Problem eine »Untermenge« des Seti-Problems: Wir wissen nicht, wonach wir suchen sollen, und wir tappen komplett im Dunkeln.

 

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Seti-Problem III: keine Funksignale von Außerirdischen

Warum haben wir bisher keine Funksignale von Außerirdischen empfangen können?

I. Möglichkeit: Es gibt keine Außerirdischen

Sehr unwahrscheinlich: Je genauer unsere Astronomen ins Weltall schauen können, um so mehr sehen sie, dass unser Sonnensystem keineswegs einzigartig ist, sondern einer von vielen weit verbreiteten Typen. Ebenso wenig ist unsere Erde einzigartig, und wir sind das auch nicht. Es gibt also mit ziemlicher Sicherheit Außerirdische, auch wenn sie bei uns nicht offiziell als Touristen einreisen (man würde wohl erst mal auf sie schießen, vielleicht würde man sie gar grillen und aufessen). Anders herum gesagt: Die Wahrscheinlichkeit, dass wie die einzigen sind, oder dass es außer uns niemanden gibt, der elektromagnetische Spuren hinterlässt, sind nahezu Null.

Artikel dazu bei Spiege Online¹ (21. Juni 2005): »Sonnensystem nur eines von vielen – Die Hoffnungen, im All eine zweite Erde zu finden, sind erneut gewachsen. Wissenschaftler haben jetzt nach eigenen Angaben den Beweis dafür gefunden, dass Planetensysteme wie das unsere im All nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind … Ein Team um Jonathan Williams von der University of Hawaii hat nach eigenen Angaben erstmals bestätigt, dass Planetensysteme wie das unsere keine Ausnahmen sind, sondern im Universum praktisch an jeder Ecke zu finden sein sollten. Das hätten Beobachtungen junger Sterne im Orion-Nebel ergeben …«

II. Möglichkeit: Außerirdische funken nicht

Siehe (I.): Selbst wenn Funk nur eine Zwischenlösung der Kommunikations-Technologie sein sollte, ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir die einzigen sind, die Funk verwenden, sehr gering. Auch angesichts der Tatsache, dass Radiowellen durch Streuung und mit zunehmender Entfernung vom Sender ihre Modulation verlieren, sollten wir doch irgend etwas empfangen – tun wir nur leider nicht. Wahrscheinlicher ist – siehe Kasten –, dass die Signale einfach nur zu schwach sind, um bei uns anzukommen.

III. Möglichkeit: Wir erkennen die Signale nicht als Signale

Dies scheint die beste Erklärung zu sein. Die Aliens kaufen ihr Gerät sicher nicht bei Radio Shack oder Grundig. Wir selbst verwenden heute überwiegend Digitalfunk; eine Technik, deren Output wir noch vor 20 Jahren nicht als Funksignale erkannt hätten. Wir hätten dies damals allenfalls als störende Radioquelle erkannt, nicht aber als phasenmodulierte Multiplex-Digitalinformation.

Fazit

Das Problem dürfte also sein: Wir kennen ihre Sprache nicht, wir wissen nicht, auf was wir achten müssen, um ihren Funkverkehr abzuhören. Wahrscheinlich dosieren sie die Energie ihrer Sender auch so, dass bei uns nichts ankommt – das machen wir selbst ja inzwischen auch. Also suchen wir auf der Erde nach Spuren früherer Besucher – »Paleo-SETI«. Doch auch hier führt nicht jede vermeintliche Spur zum Erfolg (sorry, Herr von Däniken).

Eines jedenfalls können wir mit Bestimmtheit sagen: Die Suche ist und bleibt spannend.

 

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Versunkene Welten

Da sind diese ständigen Meldungen über seltsame Bauwerke aus unbekannten Vorzeiten: Zu ihrer Entstehungszeit traut man den Menschen solche Dinge nicht zu, aber wenn die Bauwerke nicht von Menschen stammen, von wem dann? Andererseits: Ist es nicht wahrscheinlicher, dass unser historisches Wissen lückenhaft ist, als dass Außerirdische auf der Erde waren?

Beides ist denkbar …

 

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Literatur

R.A. Boulay
William Bramley
Charroux
Ulrich Dopatka
Lutz Gentes
Hartwig Hausdorfer
Walter Jörg Langbein
Jim Marrs
›A. Petit‹
Pauwels, Bergier
Zecharia Sitchkin
Robert K.G. Temple

 

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Links

Frank Doernenburg
›A. Petit‹