wir stellen uns ferne Vergangenheiten so vor, wie sich die Futurologen die Zukunft ausmalen; ohne belastbare Daten, ganz unwissenschaftlich, und titeln wie folgt …

 

Retro-Futurologie: die Steinzeit

Steinzeit-WerkzeugDieses Steinzeit-Werkzeug, nennen wir es »Hackl-Hammer«, ist im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg zu bewundern. Der Stiel ist nicht erhalten, es dürfte sich um ein etwa 3-4cm dickes Rundholz, also ein ebenfalls handwerklich hergestelltes Teil, gehandelt haben. Alter: etwa 4000 Jahre, Material: sehr hartes Magma-Gestein (eine Art Granit), Oberfläche: fein poliert, Zustand: neuwertig, leider unverkäuflich und nicht nachbestellbar.

Die Fotografie musste diskret, ohne Beleuchter, ohne Blitz und ohne Öffnung der Vitrine gemacht werden, daher hat sie ihre Unschärfen – das ist der Preis für die Maxime, kein geklautes Material zu verwenden.

+

der Hackl-Hammer

Dieses Werkzeug ist definitiv nicht von primitiven Halbidioten gemacht, sondern auf kunstvolle Weise von einem Meister seines Faches. Es ist etwas voluminöser als ein handelsübliches Beil aus dem Baumarkt, aber eher leichter: Aufgrund seiner Dichte ist Granit knapp halb so schwer wie ein gleich großes Stück Eisen und kaum schwerer als Aluminium, aber sehr, sehr hart und stabil, da es aus einer extrem heißen Magma-Schmelze stammt. Da viele unterschiedliche Materialien verschmolzen sind, splittert es nicht.

Ich behaupte mal, dass dieses Werkzeug nicht ganz billig war, aber man kann damit Nägel in die Wand schlagen, Äste vom Baum hacken, Jagdbeute zerteilen – und hat nebenbei noch eine gute Diskussions­hilfe im Falle nachbar­licher Streitig­keiten. Eine reine Waffe war es definitiv nicht, die hätte man eher so gebaut wie das Kriegsbeil der ›Indianer‹

Werbe-Slogan des Herstellers: »midd maam haggl-hammee bissd nimmee allaa« (sinngemäß: ›Unser Axt-Hammer – Ihr Begleiter in allen Lebenslagen‹)

Was wir wissen, ist, dass man solche Steine mit Wasser und Sand bearbeiten kann, und das wussten unsere Vorfahren wohl auch – das haben sie offensichtlich auch getan, und zwar in höchster Perfektion.

Zugegeben: Dieses Werkstück ist aus der Jungsteinzeit, als die Menschen schon feste Siedlungen (und Werk­stätten) hatten. Zur Umstellung von Stein auf Bronze (und damit Serien-Herstellung im Guss-Verfahren) war nicht mehr weit. Auch ist es bestimmt ein besonders wertvolles Stück, wie es nicht jeder hatte; sicher waren auch noch die einfachen Feuerstein-Faustkeile aus Nomaden-Zeiten in Gebrauch.

Zur Entstehungszeit dieses Axt-Hammers gab es schon seit 1000 Jahren Pyramiden in Ägypten und seit mindestens 2000 Jahren Megalith-Tempel in Malta. Die Vorstellung, dass menschliche Hochkulturen erst mit Sumerern, Ägyptern, Griechen oder Römern begonnen hätten, sind definitiv falsch. Damit rückt auch die von Plato überlieferte Atlantis-Geschichte (eine sehr mächtige Hoch­kultur in Nordafrika vor 12000 Jahren bzw. 7000 Jahre vor den Sumerern) deutlich näher in Richtung Realität …

 

+

keine Steinzeit in China?

Auch im fernen Osten gibt es mengenweise Reste von Siedlungen aus der entsprechenden Periode, ebenso menschliche Fossilien, aber:

Die Steinzeit-Werkzeuge, wie wir sie in Europa finden, fehlen in China.

Man hat lange gerätselt, Theorien entwickelt und verworfen, die alten Prä-Chinesen sogar für blöd erklärt. Allerdings haben sie mindestens genauso lange wie die westlichen Kollegen überlebt, zweifels­ohne. Ohne Werkzeuge?

Die Lösung ist einfach

Heute bauen wir praktisch keine Werkzeuge mehr aus Stein. Warum?

Wir haben andere Materialien. Metall etwa, seit einiger Zeit auch Kunststoff, beides kann man verflüssigen und in Formen gießen; ein Verfahren, das viel Arbeit erspart.

Warum war Stein nicht der Werkstoff der alten Chinesen? Nun, auch sie hatten offensichtlich andere, besser geeignete Materialien …

Bambus

Wozu sich also mit Stein abmühen?

Wer Internet hat – und davon ist im Falle der Leser hier auszugehen –, findet fundierte Quellen. Wir sind davon abgekommen, Links zu suchen und zu veröffentlichen, die dann wenige Tage später schon wieder veraltet sind.

 

+

Steinzeit-Diät

Ganz schlaue Zeitgenossen haben sich mit dem Thema ›Blutgruppen-Diät‹ befasst. Menschen mit Blutgruppe Null sollen nach dieser Anschauungsweise ausschließlich Fleisch essen, die sogenannte ›Steinzeit-Diät‹, sie vertragen angeblich nichts anderes.

»Blood Type Diet« ist eine Bestseller-Reihe eines Absolventen einer eher umtrittenen privaten US-Fach­schule für Erfahrungs­medizin. Der logische Unter­bau beruht auf willk­kür­lich postulierten Thesen ohne weitere Her­leitung, findet dennoch in der ›Szene‹ regen Anklang.

Nun – das ist Quatsch, aus mehreren Gründen. Auf das haupt­säch­liche ›Argu­ment‹ mag ich hier mal eingehen:

Blut­gruppe Null, heißt es, sei die archa­ischste. Gut. Und? ist deswegen das ganze Genom archaisch? Bestimmt nicht. Völliger Quatsch. Zumal Schimpansen die gleichen Blutgruppen aufweisen wie Menschen und selbige somit von gemeinsamen Vorfahren stammen, ist schon der Ansatz völliger Unsinn.

Steinzeitmenschen waren keineswegs wie Fred Feuerstein, sondern lebten nicht viel anders als heutige Nomaden und Halb­nomaden.

Ackerbau und Viehzucht, sagt man, haben die Sumerer erfunden. Hmm. Die Sumerer haben das in großem Stil betrieben, haben große Felder angelegt und feste Ställe gebaut, das stimmt. Sie waren auch die erste heute bekannte Zivilisation, die solches tat. Allerdings müssen wir uns das Entstehen solcher Dinge als einen langsamen Prozess vorstellen; niemand ist damals zum Patent­amt gelaufen und hat dort eine Idee hinterlegt, die dann alle kopiert haben. Die Sumerer bauten sehr früh größere feste Ansiedlungen und ersannen Techniken, um deren Bewohner zu ernähren. Dabei griffen sie natürlich auf Bekanntes zurück …

Wie war das also bei den Vorfahren der Sumerer? Ebenso bei diejenigen, die heute noch mehr oder weniger steinzeitlich leben? Die hatten / haben auch Ackerbau und Viehzucht, nur eben in kleinerem Rahmen. Sie haben Gärten angelegt, irgendwo im Wald, dass die Wildschweine sie nicht gleich finden. Sie hatten Ziegen, Hühner, vielleicht auch ein paar Rinder, aber sie stellten sie nicht in einen Stall. Daher findet man in Ausgrabungen auch keine Ställe und schließt daraus, dass es keine Tierhaltung gab. Sehr sinnig. Von unserer Zivilisation wird man in erster Linie Reste von Stahlbeton-Bauten finden und kaum Garten­häuschen oder Blech­garagen, und doch gibt es diese allenthalben.

Nun, wie sah die Nahrung der Steinzeit-Leute aus?

Erst einmal haben sie gesammelt, Früchte, Nüsse, Gemüse, Salat, Wurzeln, Pilze. Praktisch die Beilagen-Karte heutiger Wirtshäuser. Manches davon, z.B. Nüsse, konnte man lange aufheben, das haben sie gemacht.

Auch der hohe Nährwert von Getreide dürfte schon lange bekannt sein. Es eignet sich gut zur Vorratshaltung und wird durch Quellen, Schroten, Backen usw. genießbar. Für dünne Fladen braucht man weder große Mühlen noch Öfen; der Archaeologe findet davon also nichts.

Kommen wir zum Fleisch: Kleine Tiere, Hasen etwa, waren gerne gesehener Beifang auf der Sammlung nach Nüssen und alledem. Die waren schnell gebraten und aufgegessen; größere Beute bedeutete viel Aufwand.

Und Mammuts? Mammuts konnten theoretisch einen ganzen Stamm jahrelang ernähren. Doch war da ein Problem: Es gab keine Kühlschränke. Man hatte noch nicht mal mit vereinten Kräften 1/100 eines Mammuts aufgegessen, da war man einfach satt. Spätestens an diesem Zeitpunkt, wenn die lärmende Fress-Orgie der Menschen vorbei war, kamen Wölfe und Bären; Tiere, die kaum zwischen erbeuteter Jagdbeute und deren Jägern unterscheiden.

Wir können getrost davon ausgehen, dass die Großwild-Jagd eher die Ausnahme war, weil man eben nichts aufheben konnte, und dass Reste davon Nachbarn anlockten, die nicht wirklich freundlich gesinnt waren.

Der stets jagende, am liebsten Großwild jagende Steinzeit-Mensch ist also kompletter Quatsch. Auch das mit dem vielen Fleisch muss man relativieren, das gab es bestimmt nicht jeden Tag. Der Speiseplan unserer Steinzeit-Vorfahren dürfte dem heutiger ›Indigener‹ ähnlich gewesen sein – mit (etwas langweiligen) lokalen pflanzlichen Grundnahrungsmitteln, die man überall finden konnte oder in kleinem Rahmen anbaute, gelegentlichen Leckereien und ebenso gelegentlicher Jagdbeute. Auch im ›industrialisierten Westen‹ war es keineswegs immer so, dass Fleisch billiger verkauft wird als Brot oder Kartoffeln; die ›Texas-Diät‹ aus Steak, Burgern und Speck taugt nicht als Maß­stab.

Definitv können wir sagen, dass synthetisch konzentrierte Nahrung (Zucker, verarbeitetes Fett, Protein-Drinks) ohne Ballast-Stoffe ganz sicher nicht zur Steinzeit passen. Man weiß heute, dass solche Dinge den körperlichen Regel-Mechanismus überfordern, der sagt: ›ich bin jetzt satt‹, und ebenso den Insulin-Haushalt. ›Cereal-bars‹ wachsen nun mal nicht auf Bäumen. Menschen mit Blutgruppe Null sollten das also nicht jeden Tag essen, die anderen auch nicht.

Was der Autor des oben genannten Best­sellers schreibt, ist, wie gesagt, komplett aus der Luft gegriffen und leicht zu widerlegen, auch wenn sich der Autor noch so oft als ›Wissen­schaftler‹ bezeichnet. Sein Buch ist jedenfalls in keiner Weise wissen­schaftlich, die Zitate und Plagiate seiner Epigonen ebenso­wenig.

Man geht heute davon aus, dass 'moderne' Menschen mit weniger Nahrung auskamen als ihre Neandertaler- oder Denisova-Vettern und sich deshalb durchsetzten (es lohnt sich, nach dem Namen Svante Pääbo zu suchen). Dazu kommt die Fähigkeit zur Anpassung auf extreme Lebens­umstände sowie Nahrung: Inuit (sie mögen den Namen ›Eskimo‹ nicht, auch wenn dieser bei uns geläufiger ist) ernähren sich fast ausschließlich von Fisch, indische Mönche von Reis, Bayern von Bier. Das macht uns kein Tier nach, vielleicht mit Ausnahme von Ratten …

... Mahlzeit ...

 

+

die Tempel auf Malta

Malta ist eine felsige Inselgruppe im Mittelmeer mit überwiegend beein­druckenden Steil­küsten und einer Bucht im Nordosten, die möglicher­weise schon in der Steinzeit als Hafen gedient hat. Malta liegt 90 km südlich von Sizilien (Pozzallo), 300 km östlich von Tunesisen (Sousse) und 350 km nördlich von Libyen (Tripoli), hat etwas mehr Einwohner als Bochum und ist etwa doppelt so groß.

Es gibt sehr viele kleine Städte mit Zeugnissen aus allen historischen Epochen: die Inseln waren immer wieder Stützpunkt verschiedener Mächte (u.a. Ethrusker, Römer), Zuflucht (Tempel­ritter), sicher ein mystischer Ort, war aber auch jahr­hunderte­lang so gut wie unbewohnt.

Es gibt keine klare Kulturline, keine durch­gängige Geschichts­schreibung, aber es gibt offensichtlich Relikte der Urbevölkerung mit charakteristischen körperlichen Merkmalen der steinzeitlichen Skulpturen (kleiner rundlicher Typus – nicht diskriminierend gemeint). Die Sprache ist den arabischen zugeordnet, aber doch sehr eigenständig, vielleicht archaisch, zumindest teilweise.

Das Besondere: In Malta gibt es eine große Anzahl stein­zeit­licher Tempel­anlagen, mindestens 1000 Jahre älter als die Pyramiden. Allerdings ohne Pharao, der dort vielleicht begraben werden wollte, ohne fruchtbares Nil-Delta, ohne Sklaven-Kohorten.

die Malteser

Nach gängigen Vorurteilen sind die Malteser zwar nicht feindselig, aber sehr reserviert. Der Autor dieses Artikels hat ganz andere Erfahrungen gemacht: Sobald man Interesse zeigt am Land, an historischen Stätten, an den Leuten – und eben nicht nur an bei TUI & Co gebuchten Dienst­leistungen, passt kein Vorurteil mehr zur Realität. Man bekommt alles erzählt, von gesicherten Fakten bis hin zu wagemutigen Thesen (so soll Odysseus am Ufer der kleineren Insel Gozo mit der blond­gelockten Nymphe Calypso praktisch den Grundstein zum Malta-Tourismus gelegt haben usw usf). Den Tempeln wird durchaus eine gewisse magische Wirkung zugeschrieben:

»This is a special place, very energetic. Stay here for a while, feel it, I'll leave you alone. Call me if there is a problem.«

Dieser Ort ist tatsächlich hoch energetisch. Man kann das auf Einbildung schieben oder auch auf Reales. Auf den Ort, auf das Bauwerk, auf Chi, auf ›universal mind‹. Es ist in der Tat anders, dort zu sitzen oder am Bahnsteig in Pfaffenhofen. Es ist ähnlich wie das, was man (alleine und nicht besoffen) am Gipfel eines Berges spürt. Eine gewisse Magie, die wirklich existiert; mag sie auch nur aus der eigenen Psyche kommen, egal.

die Tempel

Tempel, Malta
Tempel, Malta
Hier sehen wir einen solchen Tempel – jedenfalls das, was nach 5000 bis 6000 Jahren davon noch übrig ist (Ggantija, Xaghra, Gozo).  

 

Die Wände bestehen aus großen glatten Steinplatten, die 50 Tonnen oder mehr wiegen und sehr exakt bearbeitet sind. Dazwischen ist relativ locker aufgefüllt, aber nicht mit Schotter, sondern mit riesigen Felsbrocken.

Was man hier sieht, ist über 10 Meter hoch; die Felsbrocken mögen ein Indiz dafür sein, dass die gesamte Konstruktion noch viel mehr tragen musste und viel höher war (etwa im Stil sardischer Nuragen in gigantischem Ausmaß?), aber auch ein Flachdach ist denkbar.

Die Steine wurden auf Walzen und Kugeln (ebenfalls aus Stein) transportiert, die kann man dort besichtigen, die sind erhalten.

Warum hat man das gemacht? Gute Frage. Wer hat das gemacht? Auch eine gute Frage. Daenikens UFOs hat man für den Bau jedenfalls nicht gebraucht.

 

MaltaDas 'M.' markiert die Lage Maltas. Der Kartenausschnitt entspricht etwa 1200 mal 1200 Kilometern. 1: Sardegna, 2: Sicilia, 3: Peloponnisos, 4: Benghazi, 5: Tripoli, 6: Tunis

Da die Insel kein Oberflächen-Süß­wasser besitzt, aber (zu) viele dieser Tempelanlagen, gehen manche Theorien davon aus, dass Malta damals weitgehend unbewohnt war und einer ganzen Seefahrer-Kultur im südlichen Mittelmeer als zentraler heiliger Ort diente, den man zu bestimmten Gelegenheiten aufsuchte.

Die Sahara war damals Savanne, wahrscheinlich bewohnt. Nach Legenden der Aegypter wie auch der Tuareg soll hier gar das mächtige Reich Atlantis gewesen sein …

die Götter – welche Götter?

Es sind zwar nur kleine Reste von Ornamenten erhalten, aber was auffällt: es sind Kringel und andere abstrakte Muster, auch stylisierte Tiere. Über­proportio­nierte Dar­stellungen irgendwelcher Götter findet man nicht. – Hatte diese Kultur keine übermensch­liche Despoten? … das wäre schon mal sehr sympathisch.

Man findet am Boden Steine mit eingeschliffenen Löchern. Als eher technischer Mensch denkt man da an Christbaum- oder Schirmständer. Oder Sockel für Verkehrsschilder. Man kann da also Stangen reinstellen und daran irgend etwas dekorieren. Sieht gut aus.

Doch wie sagen Historiker dazu? »Ritual-Steine«. So ein Krampf! »Ritual-Steine«. Lächerlich. Manchmal ist auch von »Opfer-Steinen« die Rede. Um so Dinger baut man also Megalith-Tempel?

Nur weil im ersten Buch Mose ein gewisser Herr Abel Adamsson Tiere durch Verbrennung geopfert haben soll, müssen das andere Kulturen auch gemacht haben? Unsinn.

Steine mit Löchern drin nennt man als vernünftiger Mensch einfach: ›Steine mit Löchern drin‹. Und nicht ›Ritualsteine‹.

»Heute im Sonderangebot bei Obi: Ritual-Steine« … was für ein Quatsch.

 

+

Bibel und Steinzeit

Vor allem in den USA streiten sich ›creationists‹ mit dem Rest der Welt über die Evolution, das Alter der Welt und das Alter der Menschheit. An sich ist das völlig unnötig, wenn man die Quellen – in erster Linie die Genesis (1. Buch Mose) – betrachtet.

Wir kennen die Geschichten alle: Innerhalb von fünf Tagen (wie lange auch immer die einzelnen Tage gedauert haben mögen) erschuf der Schöpfer-Gott fast das ganze Universum.

Die Geschichte ist teilweise verworren, geht wissenschaftlich nicht ganz durch (so entstehen Sonne, Mond und Sterne erst nach den Pflanzen, aber vor den Tieren). Nun fehlen noch zwei Erfindungen: Der Mensch und der Schabbes.

Am 6. ›Tag‹ war dann Projekt Adam an der Reihe. Mose 1 1.27 beschreibt die Schaffung des Menschen als Mann und Frau (das mit dem Lehm und die Sache mit der Rippe stammt aus dem 2. Kapitel, aber kleine Widersprüche seien hier einmal egal).

Aus der nachfolgenden Chronologie der Bücher Mose datierten Theologen Adam und Eva auf 6000 bis 7000 Jahre vor der Erfindung des Internet, also ins Neolithikum, in die Entstehungszeit des oben abgebildeten Werkzeugs.

… zur Vollständigkeit: Am siebten Tag ersann der beschriebene Gott den wöchentlichen Feiertag: eine seiner besten Ideen.

Wer war Adam?

Keineswegs war Adam der erste Mensch überhaupt. Er war, wenn man die Quelle denn wirklich liest, der Stammvater des auserwählten Volkes. Nicht mehr, nicht weniger.

Somit ist das Volk Israel ungefähr 6000 Jahre alt, nicht aber die Menschheit an sich. Also kein Grund, sich zu streiten.

Wir lesen weiter zusammen: Adam und Eva bekommen zwei Söhne, Kain und Abel (Mose 1 Kapitel 4). Kain wird Bauer, Abel Vieh­züchter. Das passt in die Jungsteinzeit. Der Stammes-Gott allerdings steht auf Döner; er nimmt Kains Opfergaben nicht an, er besteht darauf, Lämmer zu verbrennen zum Gebet. Ja, das ist seltsam. Kain und Abel geraten darüber in Streit; wie vorhersehbar gewinnt der Vegetarier die Rauferei (das ist heute nicht anders: Bayern gewinnen auch jede Rauferei mit Nicht-Bayern, da sie sich ausschließch von Bier ernähren, also vegetarisch). Abel stirbt.

Kain wird schließch überführt und verurteilt: Exil. ›»Verflucht seist du auf der Erde, die ihr Maul hat aufgetan und deines Bruders Blut von deinen Händen empfangen.« … So ging Kain hinweg von dem Angesicht des HERRN und wohnte im Lande Nod, jenseits von Eden, gegen Osten.‹ (Mose 1 4 11, 16)

Nun, die Sprache dieses Gottes war ein wenig … naja. Kain musste fort. Doch was geschah mit ihm?

›… Kain erkannte seine Frau; die ward schwanger und gebar den Henoch. Und er baute eine Stadt, die nannte er nach seines Sohnes Namen Henoch.‹ (Mose 1 4 17)

Hoppla, eine Frau, die nicht aus der Stamm-Linie der Menschwerdung Adams herkam. Sowas aber auch. Das dürfen wir getrost als Beleg dafür sehen, dass diese Geschichte eben nicht die Entstehung der Menschheit insgesamt beschreibt. Es gibt noch weitere, die das belegen.

Einer der Nachkommen Kains, Tubal-Kain, soll das Eisen-Schmieden erfunden haben, was das Ende der Steinzeit bedeutete.

Fazit

Die Schöpfungs-Geschichte der Bibel, jedenfalls was den Stammvater des Volkes Israel betrifft, handelt in der späten Steinzeit und passt da auch gut hinein. Darüber, ob die Menschen außerhalb Adams Stamm-Linie von gemeinsamen Vorfahren mit den Affen abstammen, sagt sie nichts aus. Ebensowenig darüber, ob sich Arten verändert haben oder nicht.

Die Kreationisten-Fraktion soll endlich mal die Bibel lesen, wirklich lesen, nicht nur die drei Text-Stellen, die irgendwelche Vordenker ausgesucht haben.