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6.3.2004

LIFE EXTENSION


Trotz aller Fortschritte sterben Milliarden Menschen viel zu jung, setzen aus lauter Angst viel zu viele Kinder in die Welt. Die Armut wächst weiter, wird zum Selbstvernichtungsrisiko. Auch hier müssen die Erkenntnisse und Methoden demokratisiert werden. Wir brauchen keine Sklaven, keine Kindersoldaten-Desperados, sondern offene, freie, tatkräftige Leute, die in der Lage sind, die Aufgaben der Menschheit zu lösen.

Wir haben wenig Zeit, zu wenig Zeit.

Inhalt

Fruchtfliege
Magerer Status Quo
»Life Extension«, mehr zum Thema

• Der Status Quo – ziemlich mager.

Manche Menschen werden mit 15 unheilbar krank, andere werden locker 90 und halten eine Klinik für eine jener neumodischen Erfindungen, die kein Mensch braucht. Uns allen ist gemeinsam, das wir gerne mehr Zeit hätten – wie alt könnten Menschen werden, wenn sich die Medizin ernsthaft für dieses Thema interessierte? 130? Warum nicht. Besser als nur 15. Können Körper und Geist mitspielen? Theoretisch ja.

Natürlich muss die soziale Seite auch gesichert sein, damit die Menschen nicht weiter zehn Kinder in die Welt setzen, auf dass eines überleben möge, wenn sie selbst 30, aids-krank und pflegebedürftig sind.


»tempus fugit«,
lernt man in der Schule,
und besinnt sich auf die viele Zeit,
die dort nutzlos verstreicht.

Das (selbstbestimmte) Leben
müsste einfach länger sein:

»Life Extension«

Seit der Mensch angefangen hat, Jahre und Geburtstage zu zählen, fragt er sich, wie alt er werden kann, sucht nach Jungbrunnen, Wundertinkturen, Anti-Aging-Hormonen und Genen, über die der Alterungsprozess gesteuert wird. Im Laborexperiment mit Bakterien und Fruchtfliegen gelingt es bereits, diesen signifikant zu verlangsamen – aber wie weit ist unsere Wissenschaft wirklich?

 


Historisches

Im alten Rom galt ein 35-Jähriger bereits als alter Knacker, oder, freundlicher ausgedrückt, erfüllte er, sofern er sich der richtigen Herkunft erfreuen konnte, damit die Altersbedingung, in den Senat aufgenommen zu werden. Mit etwa 14 Jahren wurde geheiratet, und entsprechend niedrig war das Durchschnittsalter. Doch gab es durchaus Hundertjährige, insofern hat sich keineswegs das höchste erreichbare Alter geändert, der Mensch hat es lediglich durch Verfeinerung seiner zivilisationsbedingten Umstände geschafft, ein paar der Ursachen für vorzeitiges Dahinscheiden in den Griff zu bekommen:

Höre ich da Widerspruch? Unmut unter Ärzten? Nun, ich bleibe dabei, wirklich große Fortschritte gab es beinahe ausschließlich in der Chirurgie, und davon profitieren alle falschen und echten Ärzte angefangen von Doktor Stefan Frank. »Und die Diagnostik!« ruft da jemand dazwischen. Ja, die Diagnostik. Heute kann man locker zehn Mille ausgeben, um sich als Privatversicherter sein Afterjucken wissenschaftlich korrekt nachweisen zu lassen, und dann eine Cortisonsalbe verabreicht zu bekommen, ungeachtet der Tatsache, dass etwas Wasser und Seife viel schneller helfen würden …

Warum ich so zynisch bin? Weil ich sehe, dass offensichtlich nur eine relativ kleine Bandbreite klassischer Krankheitsbilder therapierbar ist, während der durchschnittliche Zivilisationsmensch mit Pseudo-Allergien, Immunproblemen und unspezifischen Störungen herum läuft, die nicht mal genau diagnostiziert werden können, und sei es aufgrund von Sparverordnungen des Gesundheitswesens. Das ist ein schwaches Bild.

Entsprechend wenig sensationell waren die Ergebnisse der Versuche, durch Präparate (angefangen von Vitaminbrause) die Lebenszeit zu verlängern, genauso wenig wie es gelang, durch Drogen (vgl. Leary und LSD) das Bewusstsein real zu erweitern (letztlich prägten die LSD-Erfahrungen genauso wie andere außergewöhnliche Erfahrungen, mehr nicht). Mitte des 20. Jahrhunderts entdeckte die Medizin dann eine neue Wirkstoffgruppe, in die man sehr viele Hoffnungen setzte: Hormone.


Hormone

Typisch auch die Euphorie nach Entdeckung der Hormomone: »Jetzt haben wir den Steuermechanismus entdeckt«. Wieder gab es Ying-Yan fürs Volk: Die männlichen Hormone bewirken Muskelaufbau und Chauvitum, die weiblichen Fettansatz an der Hüfte und Mutterinstinkt. Vgl. die Hubbard-Seite mit der Schilderung der Therapieversuche für halb verhungerte Kriegsgefangene – man gab Testosteron. Heute weiß man, dass die Geschichte nicht ganz so einfach funktioniert. Der Mann hat auch weibliche Hormone und umgekehrt; Verschiebungen der Verhältnisse der Hormone zueinander können Ursachen oder auch Indikatoren für Krankheiten sein. Insofern sind die in den USA recht beliebten Hormonexperimente mit Vorsicht zu betrachten:

Feldversuche an tausenden wohlhabenden kalifornischen »elder ladies«, die dafür mehrere tausend Dollars monatlich hinblättern, zeigen, dass solche Hormoncocktails keineswegs der Gesunderhaltung und Lebensverlängerung dienlich sind, sondern viel mehr das subjektive Gefühl eines weiteren Frühlings bewirken – so dass man als unter 70-jähriger Mann besser einen Kartoffelsack über den Kopf zieht, wenn man zu Fuß in Beverly Hills unterwegs ist. Außer man steht auf nahkampfgrüne Pushup-BHs und andere Dinge, die vor fünfzig Jahren mal irgendwie als erotisch galten.

Mit Hormonen hatte man also nicht, wie erhofft, das Steuerungsprinzip der Lebensvorgänge entdeckt, sondern nur ein paar Botenstoffe. Entsprechend gingen die Experimente mit Vitaminen und Enzymen aus: Mangel führt zwar zu Problemen, aber ein Überangebot wirkt keineswegs lebensverlängernd oder verjüngend. Doch nun haben wir eine neue Wunderwaffe gegen das Unausweichliche …


Gentechnik

Ähnliche Hoffnungen (und Ängste) wie damals bei der Entdeckung der Hormone erwecken unsere heutigen ersten Schritte der Genomforschung und -technologie. Sicher sind die Chancen enorm, z.B. Insulin-Gewinnung aus Zellkulturen. Auch die Risiken sind enorm, z.B. genetisch verändertes Getreide, das spezielle Spritzmittel des gleichen Herstellers verträgt. Der sogenannte genetische Fingerabdruck mag zwar manchen Sexualtäter überführt haben, doch die Sequenzen als Datenpaket im elektronischen Personalausweis erhöht wohl in erster Linie das Risiko der totalen Überwachung durch staatliche Sicherheitsfanatiker. Zwischen totaler Euphorie und totaler Ablehnung vermisse ich im Moment genau eines: Verlässliche Nachrichten. Meldungen wie »Menschliches Genom total entschlüsselt«, »Erstes Klon-Baby« und »Gentechnik identifiziert fünf menschliche Rassen« dienen ja wohl eher der Auflagensteigerung diverser Postillen als der Wahrheitsfindung.

Hier ein paar Infos aus relativ sauber arbeitenden Quellen:

Dennoch hoffe ich, dass diese paar Details helfen mögen, den üblichen Sensationsmeldungen egomanischer Forscher und profilierungssüchtiger Pressehanseln ein wenig Realismus entgegen zu setzen.


Ausblick

Wir sind also vom gengleichen Industriemenschen (Orwell: »Brave New World«) noch weit weg, ebenso vom Wunschkind mit Eigenschaften aus dem Bestell-Katalog und dem ewigen Leben für die Reichsten dieser Welt.

Noch haben wir also etwas Zeit, die erwünschte Richtung und die Grenzen dieser neuen Technologie zu bestimmen, noch wurden wir nicht vom Faktischen überholt. Noch.

Aber all zu viel Zeit bleibt nicht mehr, wir müssen handeln. Sonst ist das durch AIDS entvölkerte Afrika irgendwann von Kunstmenschen bewohnt, vielleicht absichtlich dumm und bewusstseinsbeschränkt konstruiert, die gerade als Sklaven taugen und spätestens mit 30 verbraucht sind (in diesem Zusammenhang wird klar, was mit den »Mind Control«-Experimenten bezweckt wird! – siehe dort), während eine reiche Elite sich vielleicht 200 Jahre am Leben halten und das Geschick der Welt bestimmen kann, während der Rest der Weltbevölkerung kack-egal ist.

Ich bin mir sicher, dass nicht Intellektuelle und Wissbegierige wie Leary in den Genuss von lebensverlängernden Technologien kommen, um möglichst lange Gutes zu tun, sondern die Angehörigen der Geld- und Machtelite, die heute schon von der Umwelt bis zum gesellschaftlichen Frieden alles zerstören. So interessant Learys Utopien zu diesem Thema sind, so viele Risiken bergen sie in sich.

Und wir »durchschnittliche Menschen« müssen uns endlich überlegen, was wir eigentlich wollen, und wie wir weltweit Zustände herbei führen können, die nicht nur irgendwelchen Eliten das Recht auf Leben in Selbstbestimmung und ohne ständigen Mangel ermöglicht.

»Space Migration«, also die Umorientierung auf große Ziele der gesamten Menschheit statt Beibehaltung althergebrachter Streitereien der Flöhe um die Frage, wem der Hund gehört, mag hierzu bestimmt weiter helfen. »Intelligence Increase« für Alle sicherlich auch. »Life Extension« – hier teile ich Learys Enthusiasmus nicht. Allerdings entstanden dessen Visionen in den sechziger Jahren, als sich die Gesellschaft in einer allgemeinen Aufschwungsstimmung befand. Heute geht es eher darum, eine globale Versklavung abzuwenden, da ist weit weniger Platz für Träume und allgemeine Euphorie.

 


Literatur:

Johannes von Buttlar:

 


JK


 

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