ZapfanlageStatt das tatsächlich relevante Thema »Umwelt« hinreichend zu diskutieren, streiten sich zukünftige Gewinnler der CO2-Börse und Positivisten, ob die Einleitung von Kohlendioxid in die Atmosphäre schädlich ist oder nicht. Hierzu ein kleiner Beitrag, der gekürzt auch im TAZ-Forum zu finden ist, nebst kleiner Erläuterungen …

 

Wir machen uns im Alltag gar keine Vorstellung, für was alles wertvolle Rohstoffe zu umweltschädlichem Abfall verwandelt werden … so wird z.B. Bier per Kohlendioxid (sogar mit etwas Rest-Öl drin) über ekelhafte Gartenschläuche und schwer zu reinigende Ventile ins Glas befördert – kein Wunder, dass es nur eiskalt trinkbar ist.

CO2 und Klima – ein kleiner Beitrag zur Debatte. Unter anderm geht es auch um Saurier …

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Regelkreise

Wollen wir uns an dem technischen Begriff ›Regelkreis‹ nicht stören. Er ist nur so lange unverständlich, bis er mit Inhallt gefüllt ist.

1. elektrisches Licht

Der einfachste Regelkreis ist streng genommen gar kein Kreis, aber das soll hier egal sein. Nehmen wir eine Taschenlampe, bestehend aus Batterie, Schalter und LED. Schaltet man ein, brennt sofort Licht, schaltet man aus, geht das Licht sofort aus.

2. einfache Herdplatte

Hier sieht der Sachverhalt genauso einfach aus, ist er aber nicht: Schalten wir eine Herdplatte ein, wird sie erst nach einiger Zeit heiß genug, um Tee zu kochen. Schalten wir sie aus, dauert es ebenfalls einige Zeit, bis sie wieder kalt ist. Dieses Verhalten nennt man Trägheit, und es führt u.a. dazu, dass in der Anheiz- und Abkühl­phase Nutz­energie verloren geht.

3. Backofen

Die meisten heute benutzten Öfen stellen einen echten Regelkreis dar: Man gibt eine Soll-Temperatur vor, und eine Kombination aus Temperatur­füler und Schaltwerk steuert die Stromzufuhr.

Wenn ich also die Temperaturvorwahl auf 250 °C stelle, heizt der Ofen, bis ein Sensor die Überschreitung dieses Wertes meldet und gibt dem Schaltwerk den Befehl, abzuschalten; bei Unterschreitung der Soll-Temperatur umgekehrt (um die Anzahl der Schalt­vorgänge zu reduzieren, liegt der Auschalt-Wert etwa 10 °C über dem Soll-Wert, der Einschalt-Wert 10 °C unterhalb). Dies wiederholt sich so lange, bis ich den Ofen abschalte, oder bis die Zeitschaltuhr dies tut.

4. Heiztherme

Im Prinzip funktioniert eine Heiztherme genauso: Wenn der Schalter auf ›heizen‹ gestellt ist, wird so lange Wasser erhitzt und durch die Heiz­körper gepumpt, biss der Soll-Ausschalt­wert des Raumthermostaten erreicht ist. Wird eine gewisse Temperatur unter­schritten, wird die Therme wieder einge­schaltet. Als Besonderheit schaltet die Umlauf­pumpe erst ab, wenn der Wärme­tauscher im Brenner eine bestimmte Temperatur unterschreitet, damit das System nicht überhitzt.

5. Therme plus Heizkörper-Thermostat

Wird der Regelkreis ›Heizung‹ zusätzlich zum Raum­thermostaten auch noch durch Heizkörper-Thermostate beeinflusst, kann es passieren, dass die Regler gegeneinander arbeiten:

Ist die Soll-Temperatur des Raum­thermostaten höher eingestellt als die des/der Heizkörper-Thermostaten, gehen Brenner und Pumpe in Dauer­betrieb, ohne dass sich die Raum­temperatur nennenswert erhöht. Folge: Die Therme geht kaputt oder schaltet vorher auf ›Störung‹.

Regelkreise, oder ganz allgemein: Systeme, deren Funktion von vielen Faktoren abhängen, die regelnd oder störend eingreifen (was oft kaum voneinander zu unterscheiden ist), sind schwierig als Modell zu beschreiben. Ab einer gewissen Komplexität kann man mit Recht von einem ›chaotischen System‹ sprechen. ›Chaos‹ heißt hier nichts anderes als dass die Vorgänge zu komplex werden als dass sie der beteiligte Zahlen-Akrobat in Formeln fassen kann … also: keine Angst vor dem Chaos, es handelt sich dabei nur um ein stets gegenwärtiges Faktum.

Das Welt-Klima als Regelkreis?

Wenn man Computer-Simulationen vereinfachen die Vorgänge in Luft und Meer so weit, dass der Computer die Vorgänge gerade noch rechnen kann, aber möglichst nicht zu weit, damit die Ergebnisse noch aussage­kräftig bleiben. Das ist natürlich alles andere als einfach; deshalb ist keine Simulation perfekt. Aber das ist kein Grund, Simulationen grundwegs abzulehnen: Sie sind sehr wohl aussagefähig.

Insbesondere Simulationen, die nur einen Parameter ändern, z.B. den CO2-Gehalt der Luft, sind sehr wohl aussage­kräftig. Und diese zeigen nun mal, dass sich daraus ein deutliche Treibhaus-Effekt ergibt.

Dass es neben menschlichen Emissionen auch andere Stör­faktoren für das Welt-Klima gibt, stimmt zwar, aber es taugt nicht als Argument dafür, einfach weiter­zu­machen wie gehabt. Genausogut kann man argumentieren: »Morgen können Sie auf einen Verrückten treffen, der Sie erschießt. Also macht es keinen Unterschied, wenn Sie darauf gar nicht erst warten, sondern sich gleich selbst erschießen.« So etwa argumentiert zumindest ein Teil der ›Klima-Skeptiker‹ – das ist auf jeden Fall indiskutabel.

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Wer hat Recht? Die Skeptiker, die Positivisten oder die CO2-Börsianer?

Wer hat nun Recht? Die Skeptiker, die Positivisten oder die CO2-Börsianer?

Tatsache ist, dass CO2 einerseits bei globaler Erwärmung aus den Ozeanen freigesetzt wird/wurde, und dass es andererseits den Treibhaus-Effekt fördert. Die von den Wissenschaftlern erarbeiteten Modelle sind nicht einfach irgendwelche Computerspiele, sondern sie wurden dahingehend getestet, dass sie anhand bekannter Daten vergangener Eiszeiten die realen Ergebnisse lieferten (Google hilft, solche Sachen nachzulesen).

Diese Berechnungen sagen aus, dass aus dem CO2-Anstieg seit Anfang der industriellen Verbrennung von Kohle und Öl eine durchschnittliche Erwärmung um 3 Grad zu erwarten ist. Der CO2-Anstieg entspricht in etwa der Veränderung zwischen Kalt- und Warmzeit, auch wenn der absolute Zahlenwert eher klein erscheint.

Die Frage ist, wie lange es dauert, bis sich diese Veränderung auswirkt, ob wir sie jetzt schon spüren, oder ob der momentane globale Temperaturanstieg einen anderen Grund hat. Die Frage ist nicht, ob sich der vom Menschen verursachte CO2-Anstieg überhaupt auswirkt – da kann man zehnmal Skeptiker sein, die Veränderung der Atmosphäre ist kein Spaß. Es ist also in jedem Fall sinnvoll, Abgase nach Möglichkeit zu reduzieren, ganz unabhängig von dieser Debatte.

Tatsache ist allerdings auch, dass die zu befürchtende Auswirkung auf das Welt-Klima nur ein Teilaspekt des Themas »Umwelt« ist, und dass die Darstellung der internationalen Politik verlogen ist, wenn nicht mehr über Umweltschutz geredet wird, sondern nur noch über »Klima«. Absurd und pervers ist, dass man aus der Problematik über die CO2-Börse auch noch Geschäfte machen will.

Fazit: Statt über die falsche oder richtige Einschätzung der Klima-Gefahr durch CO2-Einleitung zu diskutieren, sollte man unsere selbsternannte Polit-Elite lieber dazu nötigen, das Thema »Umwelt« umfassend zu diskutieren.

Klima-Börse und bunte Auto-Aufkleber lösen die Probleme nicht.

jk

 

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Erläuterungen I - 1960er, Wirtschaftswunder

1960er, Wirtschaftswunder

Es gab in der Erdgeschichte extrem warme und extrem kalte Perioden, ebenso sehr feuchte und sehr trockene, sehr lebensfreundliche und deutlich lebensfeindliche, also natürlich bedingte Veränderungen der Umwelt sowie einen natürlich bedingten Klimawandel, ganz ohne menschlichen Eingriff. Das bestreitet niemand. Doch der Umkehrschluss, nämlich dass das Zutun des Menschen vernachlässigbar sei, ist absolut falsch. So sehr wir Skeptiker prinzipiell schätzen – diese Ansicht lassen wir nicht durchgehen!

In den 1950ern und 1960ern sprach man nicht von Lärm, sondern von der ›Musik des Fortschritts‹; ähnliche Euphemismen gab es für Luft- und Wasser-Verschmutzung. Gelsenkirchen und Bitterfeld wurden dunkelgrau, die Fische aus dem Rhein wurden ungenießbar, selbst die idyllischen oberbayerischen Seen waren unter ihrer damaligen schleimigen Algen-Schicht ziemlich tot. Dennoch dauerte es bis etwa 1975, dass angefangen wurde, das Thema nennenswert zu diskutieren. Doch dazu kam es in erster Linie aufgrund einer neuen Randerscheinung: 'Die Araber' weigerten sich, ihr Erdöl weiterhin an internationale Konzerne zu verschenken. Superbenzin drohte gar die magische Marke von 50 Cent pro Liter zu überschreiten, das ging gar nicht.

Es dauerte noch viele Jahre länger, bis sich die Idee der ›bösen Grünen‹ zum Allgemeingut wurden und auch die CDU/CSU ganz selbstverständlich Abgas-Grenzwerte für Kraftwagen und Industrieanlagen festsetzte.

In Sachen ›Klimaänderung durch menschliche Einflüsse‹ können wir uns es nicht leisten, uns noch einmal 30-40 Jahre Zeit zu lassen. Der Streit, ob ›Schwarzseher‹ oder ›Skeptiker‹ Recht haben, ändert nichts an den Realitäten: Wir haben in der Vergangenheit die Auswirkungen unserer Abgase unterschätzt, und auch heute kennen wir nur einen Teil der Effekte. Statt über Zahlenwerte zu streiten, gibt es nur eine vernünftige Reaktion: Reduzieren. Sollte sich irgendwann herausstellen, dass der CO2-Eintrag nur wenig am Klima ändert, dann hat diese Maßnahme immerhin fossile Rohstoffe eingespart und den Dreck, der trotz aller Filterung beim Verbrennen entsteht, reduziert.

Natürlich wird die Sachlage dadurch nicht gerade besser, dass derzeitige Regierungen als Antwort CO2-Börsen erfinden und ansonsten den Umweltschutz komplett negieren.

Auch die Atomkraft ist kein Ausweg. Bei der Herstellung der Brennstäbe entsteht sehr viel giftiger und radioaktiver Abfall, die abgebrannten Elemente sind eine Hypothek für die nächsten Jahrtausende, und die vermeintlich günstigen Preise sind ein Resultat der Waffenherstellung und von Subventionen. Was bei der Diskussion meist zu kurz kommt, ist der immense Wasserverbrauch: Trinkwasser für atombeheizte Dampfturbinen zu verschwenden, ist sicher nicht besonders sinnvoll. Und große Mengen warmen Dampf in die Luft zu blasen, kann man bestimmt nicht als umweltneutral bezeichnen.

 

timeline
GRAFIK:

Die Höhe der senkrechten Linie entspricht der Zeit seit Anfang der jeweiligen Epoche (Aeon) bis heute.

Der blaue Anteil entspricht ihrer Dauer im Vergleich zu späteren Epochen.

Für jede Aera innerhalb des Aeons stehen unterschiedliche Blautöne.

[box schliessen – sollte nach 9 sekunden von selbst passieren]
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Erläuterungen II - historische Präzedenzfälle

Fossilien
Jedes Zeitalter der Erd­geschichte hat seine ›typische‹ Fauna und Flora. Natür­lich gab es zu allen Zeiten Gegen­den, wo nur sehr wenig Leben war. So wie heute in Grön­land etwa. Davon findet man heute natürlich kaum oder keine Fossilien. Die ›typischen‹ Funde kommen also immer aus Gegenden, wo es viel Leben gab – also eher aus der Seren­geti als aus Grön­land.

Besonders beeindrucken uns die riesigen Saurier, deren heutige Nachfahren (die Vögel) wir lange nicht als solche erkannt haben. Saurier gab es sehr lange auf der Erde, über 200 Millionen Jahre, und es gab viele, viele Arten: die spektakulären Riesen stellen nur einen kleinen Teil der Saurier-Population dar, und die meisten der damaligen Arten kennen wir noch gar nicht.

Unter dieser Voraussetzung wird das Verschwinden der Riesen um Klassen weniger dramatisch als uns das z.B. BBC-Filme darstellen.
 

Erd-Zeitalter
Gemeinsam ist den Erd-Zeitaltern, dass an ihrem Ende zahlreiche dominierende Lebensformen wieder verschwinden.

Teilweise sind noch veraltete Begriffe geläufig (Tertiär, Abiotikum); wir versuchen hier, den aktuellen Stand wiederzugeben.

 

›time-line‹
 

timelineVORZEIT

Präkambrium (Abiotikum): seit Erd-Ent­stehung -4.600.000.000 bis -542.000.000

›dark age‹:

von 88 Prozent der Erd­geschichte wissen wir praktisch nichts!

 

timelineANTIKE

Kambrium: ab -542.000.000

Ordovizium: ab -488.000.000

Silur: ab -444.000.000

Devon: ab -416.000.000

Karbon: ab -359.000.000

Perm: ab -299.000.000

timelineMITTELALTER

Trias: ab -251.000.000

Jura: ab -199.000.000

Kreide: ab -145.000.000

timelineNEUZEIT

Paläogen (Tertiär I): ab -65.000.000

Neogen (Tertiär II): ab -23.000.000

Quartär: ab -2.550.000 bis heute

 

Es wäre einmal interessant, ob ein Gericht auf Beleidigung urteilt, wenn man jemanden einen »Quartär-Zooten« nennt.

 

Wir leben im Quartär,

ob uns das passt oder nicht.

 

(-4600 bis -542 Mio)

timelineVORZEIT →

Präkambrium   color (Abiotikum)
Die erdgeschichtliche Prä-Antike beginnt um -4.600.000.000 mit der Entstehung der Erde und endet um -542.000.000 mit den Funden der vermeintlich ersten Fossilien. Inzwischen weiß man, dass es schon erste mehr­zellige Lebe­wesen gab. Noch kein O2 in der Luft. Gegen Ende der Epoche längere Eiszeiten. Seit der Entdeckung anaerober Biotope in der Tiefsee (vgl. ›black smokers‹) gibt es Theorien, die ähnliches als *die* Ur-Form des irdischen Lebens ansehen und schon in erheblich früheren Epochen vermuten als alle uns bekannten Fossilien.

Siehe oben: von 88% unserer Vorgeschichte wissen wir praktisch nichts …

 
(-542 bis -488 Mio)

timeline← ERD-ALTERTUM, PALÄOZOIKUM

color   Kambrium

Um -542.000.000 bis -488.000.000 datierte man bisher die ältesten Lebensformen. Tatsächlich entstanden unglaublich viele Arten, z.B. Trilobiten (erinnern etwas an heutige Asseln oder Pfeilschwanzkrebse - ›horseshoe-crab‹), Brachiopoden (gibt es heute noch, sie erinnern an Muscheln, sind aber keine) und Algen. Land-Tiere und -Pflanzen aus dieser Zeit sind nicht bekannt.

Anomalicaris Eine komplett aus­ge­stor­bene Linie aus dem frühen Kambrium ist der Anomalo­caris, dessen Körper, Tentakel und Rosetten-Maul man lange drei völlig unter­schied­lichen Arten zuordnete.

Zusammensetzung der Luft (im Vergleich zu heute):

O2 0,6*, CO2 12*

Am Ende des Kambrium sterben 80% aller Tiere und Pflanzen aus; Ursache unbekannt.

color   Ordovizium

-488.000.000 bis -444.000.000: Korallen entstehen, Seeigel, Seesterne, Vorläufer der Ammoniten, außerdem Fisch-ähnliche Tiere mit knorpeligem Skelett. Moose und Pilze begannen, das Land zu besiedeln.

O2 0,7*, CO2 11*

Am Ende des Ordovizium sterben 50% aller Arten aus, evtl aufgrund einer erdnahen Super-Nova.

color   Silur

-444.000.000 bis -416.000.000: Erste Wirbeltiere, See-Skorpione, Bärlapp-Pflanzen an Land.

O2 0,7*, CO2 12*

color   Devon

-416.000.000 bis -359.000.000: Fische, erste landbewohnende Amphibien, viele Pflanzen an Land, Farne.

O2 0,7*, CO2 9*

Am Ende des Devon sterben erneut 50% aller Arten aus.

color   Karbon

-359.000.000 bis -299.000.000: Erste Vereisungs-Perioden der Polar-Regionen nachweisbar. Insgesamt Rüch­gang der Fauna. Ammoniten entstehen, auch Tintenfische. An Land entwickeln sich Insekten, wegen hohem Anteil an Sauer­stoff in der Atmo­sphaere auch riesige Libellen. Es gab 5 m lange Molche. Schachtelhalme und Nadel­bäume entstanden.

O2 1,6*, CO2 3*

color   Perm

-299.000.000 bis -251.000.000: Es wurde wieder wärmer, Reptilien entstanden, auch Tehrapsiden (teils bahaart und mit Raubtier-Gebiss), Vorfahren späterer Säuger.

O2 1,15*, CO2 3*

Zur Perm-Trias-Grenze gab es die bisher wohl größte Katastrophe: Vulkanismus in unglaublichem Ausmaß rottete knapp 2/3 aller Lebewesen auf dem Land aus und durch frei­werdendes Methan 95% aller Arten im Meer. Dicke Gesteinsschichten aus dieser Zeit bergen kaum Fossilien; die lebensfeindliche Periode dauerte 1/4 Mio Jahre.

 
(-251 bis -65 Mio)

timelineERD-MITTELALTER, MESOZOIKUM →

Trias   color

-251.000.000 bis -199.000.000: Die Landmasse bildete einen Super-Kontinent, ohne die Pole zu berühren. Reptilien und Saurier entwickelten sich in großer Anzahl, darunter frühe große Formen der Saurier, aber auch erste Säugetiere. Cycadeen breiteten sich aus, erste Blüten­pflanzen entstanden.

O2 0,8*, CO2 6*

Am Ende des Trias sterben 50-80% aller landlebenden Arten aus, darunter die meisten Wirbeltiere, vermutlich wegen einer erneuten vulkanischen Katastrophe.

Jura   color

-199.000.000 bis -145.000.000: Das erste ›Dino‹-Zeitalter (viele in ›Jurassic Park‹ gezeigten Exemplare gehören allerdings in die darauf­folgende Epoche). Das Klima war warm und trocken; Cycadeen dominierten die Flora, aber auch Farne, Schachtelhalme, Gingkos (der indische Baum der Erleuchtung) und Nadelbäume. Der zentrale Kontinent zerbrach.

O2 1,3*, CO2 7*

Kreide   color

-145.000.000 bis -65.000.000

Die Kontinente erinnern schon an die heutige Form. Das Klima war warm und ermöglichte den Sauriern, weite Teile des Festlands zu bewohnen; gegen Ende der Epoche wurde es kälter, die großen Saurier – T. Rex, Velociraptor – konnten ihre Lebensräume nicht mehr halten (ihre Population sank also schon lange bevor sie ausstarben beträchtlich). Ammoniten von 2 m Durchmesser gab es damals, aber auch schon Säugetiere, die deutlich größer waren als Mäuse. Vulkanismus ist nachgewiesen und Vereisung der Pole. Entstehung von Laubbäumen, Sträuchern und Gräsern (die alle weit weniger anspruchs­voll, allerdings auch weniger nahrhaft sind als z.B. Cycadeen).

O2 1,5*, CO2 6*

Am Ende der Kreide­zeit schlägt ein Meteorit im heutigen Golf von Mexico ein (Ablagerung von Iridium) und beendet die Zeit der großen Saurier. 50% der Arten verschwinden.

 
(-65 Mio bis jetzt)

timeline← ERD-NEUZEIT, KÄNOZOIKUM

color   Paläogen (Tertiär I)

-65.000.000 bis -23.000.000: Keine Dinos mehr, dafür dominierten Vögel und Säuge­tiere mit Rüsseln, also Vor­fahren von Elefanten, Tapiren und Schweinen. Ja, und da wären noch kleine Tiere, die Ratten ähneln, oder auch Meer­katzen; von denen stammen wir ab.

O2 1,3*, CO2 2*

In der Mitte dieses Zeit­alters (-40 Mio Jahre) sorgt eine mittelschwere Katastrophe für das bisher letzte globale Artensterben ohne mensch­liche Zuarbeit.

color   Neogen (Tertiär II)

-23.000.000 bis -2.550.000: Erste Eiszeiten. Tier- und Pflanzenwelt nähern sich dem an, was wir heute kennen.

O2 und CO2 etwa wie heute.

color   Quartär

-2.550.000 bis heute: Eiszeiten prägen die geologischen Veränderungen; die interessante Phase ist definitiv vorbei. Vor kurzem hat sich die sogenannte Mensch­heit entwickelt, aber aus Zeit­gründen nicht besonders hoch. Naja.

Die Kultur dieser Spezies beschränkt sich haupt­sächlich darauf, den anderen Art­genossen das Leben schwer zu machen. Ihre Fos­silien wird wohl niemand mehr aus­graben …

 

Irgendwann vereist der ganze Planet, übrig bleiben Moose, Asseln und ein paar Vögel, die sich gegen­seitig vom Urahn ›T-Rex‹ twittern.

Bis dahin hat die Menschheit allerdings noch viel Zeit, an ihren Waffen und ihrem Dreck einzugehen.

[z.B. enthält ein einziges Brenn­stab-Paket eines Atom­reaktors 200.000 kg Uran bzw. die 4000-fache Masse der aktiven Ladung einer kleinen handels­üblichen Atom­bombe und hinterlässt neben­bei 1.500.000 kg giftigen und strahlen­den Abraums im schönen Namibia … und das heißt dann ›saubere Energie‹]


»always look at the bright side of death«

(monty python)


… allerdings zeigt diese Zusammen­fassung auch, dass das Leben auf der Erde nicht nur einmal von (fast) null aus angefangen hat … also wird das anderswo im Universum ähnlich sein, wie sonst?

 
Die hier angegebenen Zahlenwerte z.B. für den Gehalt an Luft-Sauerstoff sind über große Zeiträume gemittelt und variierten innerhalb der jeweiligen Epochen teils erheblich.

Jura, Kreide - ein globaler Klimawandel

Vor etwa 200.000.000 Jahren (Jura) hatte die Luft etwa 1,3 mal soviel Sauerstoff-Anteil wie heute und 7 mal so viel Kohlen­dioxid. Gegenüber dem vorangegangenen Zeitalter (Trias) hatte sich der O2-Anteil verdoppelt. Die Kontinente erreichten nicht die Pole, es war insgesamt wärmer als heute:

Was bedeutete diese Veränderung für Flora und Fauna?

Der hohe Sauerstoff-Anteil begünstigte das Größen­wachstum der Tiere, ebenso der hohe CO2-Anteil das der Pflanzen – also genug Futter für große Saurier, die sich in dieser Epoche ausbreiteten: mittlere Saurier brauchten täglich 1000 kg energiereiches Grünfütter, größere mehr (gilt indirekt auch für die Fleischfresser; von Kleintieren wurden die nicht satt).

Dabei ist klar, dass große Saurier keinen Regenwald bewohnten und auch keine Steppe – also eher eine Art gut begrünter Savanne.

Saurierfutter← Cycadea, sogenannter Palmfarn; weder mit Palmen noch mit Farnen verwandt. Sehr langlebig, kompakter Stamm, Zweige wachsen schnell nach. Braucht Wärme und Feuchtigkeit, kommt aber nicht im Regenwald vor. Nachge­wiesen seit 1/4 Milliarde Jahren. Die ›Blätter‹ erinnern an eine Mischung aus Farn, Tannen­nadeln, Disteln und Sukkulenten, keinesfalls an Laubholz. Bevorzugtes sehr nahrhaftes Futter für Pflanzen­fresser-Dinos.

Der Übergang zum Kreide-Zeitalter 50.000.000 Jahre später war wenig spektakulär. Die Temperaturen stiegen etwas, CO2 sank ein wenig (die Parallelität der Werte ist also nicht zwangsläufig), der O2-Anteil steigerte sich noch weiter. Das lässt auf noch üppigere Vegetation schließen, entsprechend mehr große Saurier gab es; gegen Ende des Zeitalters den berühmten Fresssack T-Rex (auch wenn ihn der Film ›Jurassic Park‹ 100 Millionen Jahre älter macht).

Die Kreidezeit dauerte fast 80 Mio Jahre an und endete wohl mit dem Einschlag eines ungebetenen Gastes auf der Erde – eine am ansonsten seltenen Element Iridium reiche Schicht deutet darauf hin.

Dieser Einschlag war definitiv das Ende der großen Saurier – in jüngeren Schichten findet man davon keine Fossilien mehr. Aber deutet das wirklich auf ein plötzliches Aussterben hin?

Beginn der Erd-Neuzeit

Übergang Erdmittelalter – Neuzeit bzw. Jura und Kreide – Paläogen, Werte jeweils im Vergleich zu heute

Besonders der starke Rückgang des CO2 ist ein Rätsel. Er spricht gegen die These ewiger Winter nach Meteor-Einschlag und Vulkanismus.

Beim Übergang von Kreidezeit zum Paläogen ist die Temperatur immer noch gleich hoch, jedoch ist der O2-Anteil deutlich zurückgegangen (auf 87 Prozent des Vorwertes), CO2 gar um 2/3 (auf 0,33 Prozent). Trotz Katastrophe am Ende der Kreide (Iridum-Anomalie, Meteor-Einschlag, Ende der Saurier-Aera) können wir davon ausgehen, dass die Abnahme des CO2 nicht plötzlich passiert ist, sondern schon im Laufe der späten Kreide allmählich. Gehen wir davon aus, dass es so war: Was bedeutet das für Flora und Fauna?

Pflanzen nehmen CO2 aus der Luft auf. Wenn damals das CO2 in der Luft zurück ging, ging auch der Anteil der Pflanzen, die auf viel CO2 angepasst war, zurück. Belegt ist, dass weitaus genügsameres Laubholz die Nischen füllte – und Gräser (kann es sein, dass die massenhafte Ausbreitung von Gräsern 2/3 des CO2 aus der Luft binden konnte, viele Pflanzen verdrängte und die Erde grundlegend veränderte?).

Diese neuen Pflanzen waren jedenfalls anders, passten nicht auf den Speiseplan, waren wesentlich ärmer an Nährstoffen – somit ging die Population der großen Saurier langsam aber deutlich zurück (die kleinen Nachfahren der Saurier, die Vögel, sind jedoch alles andere als ausgestorben).

Verschiedene neuere Theorien gehen tatsächlich davon aus, dass die Dominanz der großen Saurier schon in der späten Kreide langsam ihrem Ende zuging. Veränderungen in Klima und Vegetation begünstigten kleinere und genügsamere Arten, womöglich sogar schon kleine Primaten.

Es waren also keine besonders dramatischen Ereignisse, die den deutlichen Wandel von Flora und Fauna bewirkten. Ohne den Meteoriten-Einschlag hätten die großen Saurier also auch nicht viel länger überlebt als mit diesem. Wir dürfen also daraus schließen, dass auch die Umwelt-Veränderungen, die die Menschen mit ihrem zwanghaften Verfeuern von Kohle und Öl verursachen, keineswegs zu vernachlässigen sind: wir werden auch ohne eine kosmische Katastrope mit unserem heutigen Programm nicht lange überleben.

Die kleinen Veränderungen, die der Mensch momentan bewirkt, ändern schon jetzt die Meeres­strömungen, die Hoch- und Tiefdruck­gebiete, die das Wetter im Sommer und Winter in Europa beherrschen – und noch ein paar Kleinigkeiten mehr.

Beispiel 2: lokaler Klimawechsel; Mittelmeer, Römisches Reich

Rom hatte sich aus den Ressoucen Mittel- und Süditaliens zur dominierenden Macht im Mittelmeer-Raum entwickelt. Doch der Preis war hoch. Nicht nur für die vielen Kriegsschiffe wurde das Land abgeholzt, auch für den enormen Energieverbrauch, um waffenfähiges Metall herzustellen (viel Bronze, doch auch Eisen). Folge: Das lokale Klima änderte sich, es wurde trockener, es gab mehr Erosion, Nahrung und Wasser wurden knapp. Irgenwann konnten die militärischen Raubzüge das nicht mehr kompensieren, eingeschleppte Seuchen erledigten den Rest. Rom konnte die ›Welt‹ nicht mehr beherrschen.

Damit ist dieses Beispiel bereits abgehandelt. Schon winzige unbedachte Eingriffe in die Natur haben der antiken Weltmacht Rom ein plötzliches Ende beschert.

Was die Römer damals lokal machten, machen wir heute global. Es braucht uns daher nicht zu wundern, wenn auch unsere Zivilisation demnächst am eigenen Raubbau, an den eigenen Waffen und an den eigenen Exkrementen erstickt.

Es gibt ganz bestmmt keine ›Klima-Lüge‹. Es gibt zweifelsohne ein paar Leute, die untaugliche Lösungen als ›alternativlos‹ bezeichnen, aber die nennenswert zu beachten, ist zu viel der Ehre.

Ganz sicher ist: Wir machen zu viel Dreck, wir verschwenden Rohstoffe, wir verschwenden uns selbst. Ob der ›Risiko-Faktor CO2‹ dafür letzt­endlich ausschlaggebend ist oder nicht, ist eine komplett sinnlose Debatte.

 

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schmelzende Eisberge

Fehlerhaft dargestellte Schreckens-Szenarien sind nicht gut für die Argumentation. In der Tat wird, sollte das gesamte Packeis in den polaren Meeren schmelzen, davon der Wasser­spiegel nicht ansteigen (bitte nicht mit Schmelz­wasser von Festland-Eis verwechseln, das hat durchaus Einfluss auf die Füll­höhe der Ozeane). Wir haben das hier anhand eines Videos verdeutlicht.

... falls das Video nicht von selbst startet, das 'Play'-Symbol '>' im Kasterl oberhalb anklicken ...

... als Datei laden: .ogg (pc/ogv) / .m4v (ipad, iphone) / .mp4 (div/mpeg-4)

Dieses Video zeigt einen 75 Gramm schweren Eisberg in 0,425 Liter Wasser von etwa 15 Grad C. Die Aufnahme ist per Zeitraffer auf 1/10 verkürzt; der Schmelzvorgang dauert real etwas über 20 Minuten. Wir sehen: der Wasserspiegel erhöht sich nicht; er scheint sogar ein wenig zu sinken – dieser Effekt kommt daher, dass kleine Luftblasen aus dem Wasser entweichen (deswegen schmeckt abgestandenes Wasser anders als frisches aus der Leitung).

Deutlich sieht man auch, warum Kapitäne Eisberge gar nicht mögen …

... ABER ...

Schmelzende Eisberge verändern die Meeresströmungen, das kann z.B. dazu führen, dass der Golfstrom nicht mehr West­europa erwärmt sondern Nord-Canada.

Schmelzendes Festland-Eis gelangt ins Meer und in die Atmosphaere, das bringt mit Sicherheit Änderungen im Welt-Klima mit sich; welche, wissen wir noch nicht genau.

 

 

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Klima-Lüge?

Als ›Lüge‹ bezeichnet man eine Falschaussage in Kenntnis der Wahrheit.

In Sachen ›CO2 und Klima‹ wird man die Wahrheit erst dann kennen, wenn es zu spät ist zu handeln.

Von einer ›Lüge‹ kann man also hier nicht sprechen.

… die Fakten:

Hier ist allerdings von Mittelwerten einer Zeitspanne von etlichen Millionen Jahren die Rede. Darüber hinaus gibt es viele andere Dinge, die sich in dieser Zeit ebenso verändert haben, von Neben­bedingungen kann man da bestimmt nicht reden. Was uns heute interessiert, ist die kurz- bis mittel­fristige Korrelation von CO2 und Temperatur – sowie die Frage, was wir im Moment mit unserer industrialisierten Lebensweise anrichten. Nichts, was in geologisch relevanten Zeit­räumen wichtig wäre. Für uns allerdings schon.

… seltsamerweise sind die Grafiken, die die Sache mit den Bohr­kernen belegen, aus Wikipedia verschwunden, dafür bringen die Such-Anfragen den Namen ›Tim Patterson‹, der leider genau mit der fehlenden Unterscheidung zwischen Jahr­millionen und Jahr­hunderten versucht, die klimatischen Auswirkungen unserer Energie­verschwendung zu widerlegen … und die Kyoto-Leute damit überzeugen will, dass wir ohne jedes Problem weiter machen können wie gehabt …

Das ist mehr als nur ein deutliches Indiz: Mit der erheblichen Verbrennung von Kohle (und später Erdöl) kehrte sich die Relation um:

Vorher folgte das CO2 der Temperatur, seither folgt die Temperatur dem CO2.

Paradigmen-Wandel

Lange Zeit galt CO2 als unerwünschtes, aber da ungiftig, recht harmloses Abfallprodukt. Schließlich wusste man ja u.a. Dank der Barmherzigen Schwestern vom heiligen Vinzenz von Paul (die das in Bayern fast so wie Bier beliebte ›Adelholzner‹ Sprudel­wasser vermarkten), dass sich CO2 gerne in Wasser löst, die Ozeane mit ihrer großen Oberfläche uns diese Sorge also abnehmen.

Erst in den 1990ern setzte sich die Erkenntnis durch, dass nur kaltes Wasser CO2 aufnimmt, warmes dieses aber abgibt. was passiert also, wenn sich die Ozeane erwärmen? Richtig geraten: sie setzen das Treib­haus­gas frei.

Jeder kann das nachvollziehen, indem er eine Mineral&shay;wasser&syh;flasche aus den Kühl­schrank öffnet oder eine, die an einem Sommer­tag im heißen Kraftwagen lag (das Experiment funktioniert auch mit Cola, nur gibt es da mehr Sauerei). Warmes Wasser gibt CO2 ab.

Somit wurde CO2 als Umwelt-Problem erkannt.

Das Problem durch eine CO2-Börse anzugehen, war und ist natürlich Unfug; durch diesen Unfug wird auch verständlich, dass viele Leute das Problem für ein erfundenes halten. Doch das ist nicht so, leider.

Fazit

Es kann nur eine Antwort geben:

*** weniger Feuer machen ***